Richtig Rechnen

Richtig Rechnen in der Landwirtschaft: Durchführung einer erweiterten Finanzbuchhaltung unter Einbeziehung der monetären Bewertung externer Effekte

Die Regionalwert AG Freiburg führt in Kooperation mit den Agronauten e.V. ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung sozialer, ökologischer und regionalwirtschaftlicher Leistungen in der Landwirtschaft durch. Das Projekt wird von dem Badenova Innovationsfonds und der Software AG Stiftung finanziell gefördert und läuft von Juni 2018 bis Ende 2019.

Das Projekt ist vor dem Hintergrund entstanden, dass nachhaltig arbeitende Betriebe durch Maßnahmen (z.B. Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenmittel, extensivere Tierhaltung, regionale Herkunft von Betriebsmitteln, Verwendung von samenfesten Sorten etc.) negative externe Effekte der Landwirtschaft vermeiden und dafür einen zusätzlichen Aufwand und Mehrkosten in Kauf nehmen. Der Mehraufwand und die damit verbundenen Kosten werden in der klassischen betriebswirtschaftlichen Perspektive meist vernachlässigt, bzw. die Leistungen der Landwirtschaft werden im Jahresabschluss nicht oder wenn, dann nur auf der Kostenseite berücksichtigt; nicht aber auf der Vermögensseite. Dadurch entsteht ein finanzieller Nachteil für die Betriebe. D.h. Betriebe, die besondere Leistungen bringen, haben einen höheren Aufwand aber in der Regel weniger Gewinn.

Um die Leistungen sichtbar zu machen, ist es wichtig auch diese Kostenfaktoren und Leistungen in der Finanzbuchhaltung zu erfassen. Dazu müssen diese benannt, erfasst, bewertet und schließlich monetarisiert werden. Das heißt der Ausgangspunkt im Projekt liegt in der Identifikation von Indikatoren zur Erfassung von Nachhaltigkeitsleistungen eines landwirtschaftlichen Betriebes. Der Schritt in die Buchhaltung erfolgt dann durch eine monetäre Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen. Geplant ist, die Vergütung der Nachhaltigkeitsleistungen über einen Fonds zu finanzieren.

Zusammen mit vier landwirtschaftlichen Betrieben in der Region entwickeln Kristin Strauß, Michael Hiß, Jörgen Beckmann, Rolf Steiner und Christian Hiß die Methode und das Instrument, mit denen die sozialen, ökologischen und regionalwirtschaftlichen Leistungen der vier Betriebe monetär erfasst und bewertet werden können. Beteiligt ist auch Wissenschaftler Prof. Christian Herzig von der Universität Kassel-Witzenhausen.

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