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08.07.2026

Was Freiburg von Neumarkt lernen kann

Gemeinwohlleistungen honorieren!

Ein landwirtschaftlicher Betrieb leistet weit mehr als nur Lebensmittelproduktion. Bei einer entsprechenden Arbeitsweise werden Böden und Wasser geschützt, Artenvielfalt erhalten, Ausbildungsplätze geschaffen und regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt. Vieles davon kommt der gesamten Gesellschaft zugute – wird wirtschaftlich aber bisher kaum berücksichtigt.

Die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz zeigt, wie Kommunen das ändern können. Beim AgriKultur Festival in Freiburg sprechen wir darüber, was sich aus diesem Modell für unsere Region lernen lässt.

In einer Videobotschaft stellt Ralf Mützel, Amtsleiter Amt für Nachhaltigkeit, das kommunale Modell vor und berichtet von den bisherigen Erfahrungen. Anschließend diskutieren Vertreterinnen und Vertreter der Agronauten, der Regionalwert-Leistungsrechnung und der Regionalwert AG Freiburg-Südbaden, welche Perspektiven sich daraus für Freiburg und die Region ergeben.

Panel „Gemeinwohl vor Marktlogik“
Samstag, 11. Juli 2026, 14 Uhr in der Aula

Neumarkt hat es vorgemacht. Nun sprechen wir gemeinsam darüber, was Freiburg daraus lernen – und vielleicht sogar besser machen – kann. Diese sogenannten Gemeinwohlleistungen sind nicht an eine bestimmte Stadt gebunden. Auch landwirtschaftliche Betriebe in Freiburg und der Region erbringen täglich Leistungen, von denen wir alle profitieren.

Der Einstieg ist möglich: mit einem Pilotprojekt, einem geplanten Budget und einer engen Beteiligung der Landwirtschaft. Der wichtigste erste Schritt besteht darin, Gemeinwohlleistungen nicht länger als selbstverständliche und kostenlose Nebenprodukte der Landwirtschaft zu betrachten.

18.06.2026

Studierende erforschen das Naturalia

Käpsele aus Friesenheim als Leuchtturm

Studierende besuchen unterschiedliche Akteurinnen und Akteure entlang der regionalen Ernährungswirtschaft und erhalten Einblicke in konkrete Geschäftsmodelle, Herausforderungen und Lösungsansätze.

Jedes Sommersemester bieten Jörg Lindenmeier und Arnim Wiek von der Universität Freiburg gemeinsam ein Seminar zur Nachhaltigkeit in der Ernährungswirtschaft an. Neben theoretischen Grundlagen ist dabei auch der direkte Blick in die Praxis ein wichtiger Bestandteil.

Nach einem ersten Besuch im Jahr 2024 war das Naturalia erneut eine Station der Exkursion. Inhaberin Irene Krieg empfing die Gruppe in ihrem Biomarkt. Das Naturalia bietet ein vollständiges Sortiment an Biolebensmitteln, Naturpflegeprodukten sowie ein kleines Café mit Mittagstisch. Der Besuch machte deutlich, vor welchen Herausforderungen inhabergeführte Biomärkte heute stehen. Bioprodukte sind inzwischen auch in Discountern und großen Handelsketten breit verfügbar. Für kleinere, unabhängige Märkte bedeutet das einen wachsenden Wettbewerbsdruck. Sie müssen ihr Sortiment laufend weiterentwickeln, nah an den Bedürfnissen ihrer Kundschaft bleiben und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig arbeiten.

Dabei erfüllen solche Läden eine wichtige Funktion: Sie sichern wohnortnahe Versorgung, schaffen persönliche Beziehungen und stärken regionale Lebensmittelstrukturen. Besonders im ländlichen Raum sind sie oft weit mehr als reine Einkaufsorte. Sie sind Treffpunkte, Informationsorte und Teil einer lebendigen Nahversorgung.

Ein Ansatz, um diese Versorgung langfristig zu stabilisieren, ist der gemeinschaftsbasierte Einzelhandel. Irene Krieg stellte den Studierenden vor, wie sie dieses Modell in Friesenheim umgesetzt hat. Ihre „Käpsele“ verpflichten sich dabei für ein Jahr zu einem monatlichen Einkaufsguthaben, das dem Markt bereits zu Beginn des Monats zur Verfügung steht. Für den Biomarkt entsteht dadurch mehr Planungs- und Finanzierungssicherheit. Für die Kundinnen und Kunden wird der Einkauf zugleich zu einer bewussten Unterstützung der lokalen Versorgungsstruktur. Irene Krieg berichtete, dass das Projekt erfolgreich gestartet ist. Gleichzeitig darf die Zahl der Mitglider gerne noch weiter wachsen.

Im Anschluss an die Begehung des Ladengeschäfts entwickelte sich eine angeregte Diskussion über die Zukunft des inhabergeführten Bioeinzelhandels, über neue Formen gemeinschaftlicher Finanzierung und über die Frage, wie regionale Versorgung auch unter veränderten Marktbedingungen erhalten bleiben kann.

Die Exkursion vermittelte den Studierenden einen praxisnahen Einblick in innovative und nachhaltige Konzepte entlang der regionalen Ernährungswirtschaft in der Oberrheinregion. Der direkte Austausch mit Praktikerinnen wie Irene Krieg zeigt, wie eng wirtschaftliche Tragfähigkeit, gesellschaftliches Engagement und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden sind.

Falls ihr auch Lust habt zum Käpsele zu werden könnt ihr euch hier informieren.

Bild + Text Uni FR (redkationelle Anpassungen ausgenommen)

20.05.2026

Ein Jahr Partnerschaft

Regionalität endet nicht beim Lebensmittel

Nach einem Jahr Partnerschaft haben wir gemeinsam mit der EWS eine erste Evaluation vorgenommen. Dabei wurde deutlich: Wir werden unsere Kooperation weiterentwickeln!

Vor rund einem Jahr konnten wir mit den Elektrizitätswerken Schönau, kurz EWS, unseren ersten assoziierten Betrieb im Regionalwert-Netzwerk begrüßen. Die EWS sind als bürgereigene Energiegenossenschaft bekannt. Seit Jahrzehnten stehen die „Stromrebellen“ für Klimaschutz, Atomausstieg und eine dezentrale Energiewende.

Die Verbindung von regionaler Ernährung und regionaler Energiewende bietet viele praktische Anknüpfungspunkte. Für unsere Partnerbetriebe entstehen daraus neue Möglichkeiten, sich zu Fragen rund um Energieeffizienz, Eigenstromnutzung und erneuerbare Energien praxisnah zu informieren und weiterzuentwickeln. Ein Baustein könnte dabei auch der EWS-Sonnencent werden, mit dem Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Klimaschutz unterstützt werden.

Die Expertise der Stromrebellen, die für unsere Partnerbetriebe in Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gastronomie zunehmend wichtig wird: Wie können Betriebe Energie effizienter nutzen? Welche Rolle spielen Photovoltaik, Speicherlösungen und Eigenverbrauch? Und welche Fördermöglichkeiten können dabei unterstützen? Energie ist eine zentrale Frage für zukunftsfähige Betriebe und die regionale Wertschöpfung.

Wir freuen uns darauf, diese Zusammenarbeit 2026 weiter mit Leben zu füllen – gemeinsam mit der EWS und den Betrieben in unserem Netzwerk.

Wer die EWS und die Geschichte der „Stromrebellen“ näher kennenlernen möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Am 04. Juli feiern die EWS ihr Fest des Engagements. Die Veranstaltung bietet Einblicke in die Geschichte der bürgereigenen Energiewende und in aktuelle Fragen rund um Klimaschutz, Energieversorgung und regionale Verantwortung.

Weitere Informationen gibt es hier.

02.04.2026

Netzwerktreffen in Waldkirch

Partnerbetriebe stehen im Mittelpunkt

Beim zweiten Partnertreffen in diesem Jahr luden wir unsere Partnerbetriebe nach Waldkirch ins ehemalige Gefängnis ein. Das Treffen am neuen Standort der Regionalwert AG Freiburg-Südbaden stand unter der zentrale Frage: Wie entwickeln wir unser Netzwerk weiter, sodass die Partnerbetriebe langfristig und konkret davon profitieren?

Ein gemeinsames Verständnis zog sich dabei durch die Gespräche des Tages: Die Partnerbetriebe stehen im Zentrum unseres Wirkens! Es geht dabei um mehr als reine Vernetzung, nämlich um konkrete Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen im Alltag. Dieses Selbstverständnis ist bereits in der Satzung der Bürgeraktiengesellschaft verankert. Dort heißt es, dass die Partnerbetriebe in ihrer Zusammenarbeit eine Chance sehen, Synergien in ökonomischer, regionaler, sozialer und ökologischer Hinsicht zu nutzen und zu fördern. Ebenso gehört dazu, voneinander zu lernen und Wissen zum wechselseitigen Vorteil auszutauschen. Damit die Zusammenarbeit stärker wird, braucht es zusätzliche wirtschaftliche Kompetenz im Netzwerk. Dazu gehört es, gezielt mit weiteren Partnern zusammenzuarbeiten, die durch Beratung, aber auch durch konkrete Angebote und Umsetzungsstärke praktisch unterstützen können.

Erste Schritte in diese Richtung sind bereits gemacht:

Mit den EWS konnten wir eine assoziierte Partnerin im Energiebereich gewinnen. Außerdem wurde den Partnerbetrieben an diesem Abend ein regionaler Experte für Versicherungsfragen vorgestellt, der bei Bedarf unterstützend zur Seite steht. Darüber hinaus sind wir mit weiteren regionalen Unternehmen im Gespräch, um die wirtschaftliche Entwicklung unseres Netzwerks aktiv voranzutreiben.

Neben der wirtschaftlichen Perspektive spielte beim Treffen auch die soziale Dimension eine wichtige Rolle. Mit der Beteiligung der DreisamWerke gGmbH an dem Biomarkt Waage wird gezielt Inklusionskompetenz in das Netzwerk eingebunden. Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um soziale Verantwortung konkret zu leben.

Der Wertschöpfungsverbund wächst aktuell also nicht nur in der Zahl der Beteiligten, sondern auch in seiner Qualität. Für die Partnerbetriebe entstehen dadurch neue Möglichkeiten innerhalb der regionalen Struktur im Netzwerk. Gleichzeitig wird ein zentraler Anspruch der Regionalwert AG konkret: nicht einzelne Akteure sollen von den Angeboten profitieren, sondern der Verbund als Ganzes. Beim Treffen in Waldkirch wurde einmal mehr deutlich: Eine starke regionale Lebensmittelwirtschaft entsteht nicht von allein. Sie wächst, wenn Betriebe, Unternehmen und engagierte Menschen verbindlich zusammenarbeiten.

02.04.2026

Inklusion als Vorteil

Mitgesellschafter erweitert Perspektive

Unser Regionalwert Biomarkt Waage in Emmendingen gewinnt mit den DreisamWerken gGmbH eine neue Partnerin. Gemeinsam mit BODAN, der Regionalwert AG und dem Team vor Ort soll der Laden künftig nicht nur nachhaltig und regional stark aufgestellt bleiben, sondern auch soziale Teilhabe stärker mitdenken.

Die DreisamWerke gGmbH wurden 2014 gegründet und sind ein zertifiziertes Inklusionsunternehmen mit Standorten in Waldkirch, Freiburg und Vaihingen an der Enz. Ziel des Unternehmens ist es, Menschen mit Schwerbehinderung dauerhaft und gleichberechtigt in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Für die Regionalwert AG Freiburg-Südbaden eröffnet diese Zusammenarbeit eine wichtige Entwicklungsperspektive: Das Thema Inklusion, das bereits im Selbstverständnis der Regionalwert angelegt ist, soll im Netzwerk künftig eine noch stärkere Rolle spielen.

Der Gründer Klaus Pleuler leitet den Biomarkt Waage weiterhin gemeinsam mit seiner Partnerin Barbara Erb. Das bestehende Profil des Marktes wird durch die neue Partnerschaft sinnvoll ergänzt: um eine stärkere soziale Perspektive innerhalb einer nachhaltigen regionalen Entwicklung. Auch der Naturkostgroßhandel BODAN als Werte-Botschafter und Entwicklungspartner für Wertschöpfungskreisläufe unterstützt diesen Weg. Gemeinsam wollen die Beteiligten den Biomarkt Waage nachhaltig stärken und weiterentwickeln.

Mit der Zusammenarbeit mit den DreisamWerken stärken wir den Biomarkt Waage nicht nur wirtschaftlich und regional, sondern auch in einer wichtigen sozialen Dimension. Für uns ist das ein konsequenter Schritt, weil nachhaltige Entwicklung immer auch die Frage einschließt, wie Teilhabe und gute Arbeit in unserer Region ermöglicht werden.“ – sagt Peter Jürges, Vorstand der Regionalwert AG Freiburg-Südbaden

11.03.2026

Der Wert in unserem Boden –

aber die Wirtschaft sieht ihn oft nicht.

Schätze im Boden
Fruchtbare Böden entstehen auf landwirtschaftlichen Betrieben – werden im Markt aber oft nicht sichtbar. Foto by Felix Groteloh

Das Wirtschaftsmagazin brand eins berichtet aktuell über ein kommunales Pilotprojekt, das eine zentrale Frage der Landwirtschaft neu stellt:

 

Wie lassen sich Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar machen?

Landwirtschaft produziert Lebensmittel. Doch sie leistet weit mehr als das. Sie erhält fruchtbare Böden, fördert Artenvielfalt, schützt Wasser, schafft Ausbildungsplätze und stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe. Vieles davon ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar – in der klassischen betriebswirtschaftlichen Logik bleibt es jedoch oft unsichtbar. Genau an diesem Punkt setzt die Regionalwert-Leistungsrechnung an. Sie erfasst anhand von mehreren hundert Kennzahlen ökologische, soziale und regionalökonomische Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe und übersetzt sie in einen finanziellen Wert.

Damit verbindet der Ansatz von Christian Hiß zwei Perspektiven, die in der Praxis oft getrennt voneinander betrachtet werden: die wirtschaftliche Realität landwirtschaftlicher Betriebe und ihren Beitrag zum Gemeinwohl. Ziel ist es, Leistungen sichtbar zu machen, die bislang kaum in Buchhaltung, Preisen oder politischen Steuerungsinstrumenten auftauchen – obwohl sie für die Zukunftsfähigkeit unseres Ernährungssystems zentral sind. Spannend daran ist die politische und gesellschaftliche Konsequenz. Denn sobald Leistungen sichtbar und nachvollziehbar werden, stellt sich die nächste Frage mit neuer Klarheit:

Wie können sie anerkannt und vergütet werden?

Aus der Lebensmittelwirtschaft gibt es bereits praktische Anwendungen. Die Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu verwendet ein Prozent des Umsatzes, rund 300.000 Euro, für ein Vergütungsmodell an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten, das sich am Nachhaltigkeitsgrad der Leistungsrechnung orientiert.

Die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz nutzt ebenfalls die Regionalwert-Leistungsrechnung in einem kommunalen Pilotprojekt, um Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe systematisch zu erfassen. Auch die Bodenallianz der Stadt Pfaffenhofen greift auf das Instrument zurück, um Zahlungen aus dem städtischen Fonds zur Kompensation von CO₂-Emissionen an Landwirte vor Ort auszuschütten.

Für uns als Regionalwert AG Freiburg-Südbaden liegt darin ein zentraler Gedanke: Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht mehr als gute Absichten. Sie braucht Instrumente, die Leistungen sichtbar machen, die bislang übersehen werden. Und sie braucht neue Wege, um diese Leistungen gesellschaftlich anzuerkennen und wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Die Regionalwert-Leistungsrechnung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie verändert den Blick auf Landwirtschaft – weg von der Frage, was sie kostet, hin zu der Frage, was sie für uns alle leistet.

Einen jounalistischen Einblick in das kommunale Pilotprojekt und die Anwendung der Regionalwert-Leistungsrechnung gibt ein aktueller Beitrag im Wirtschaftsmagazin brand eins.

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18.12.2025

Veränderungsprozesse begleiten

Landwirtschaft weiterdenken

Mit Alternative Bio begrüßen wir einen neuen Partnerbetrieb im Netzwerk der Regionalwert AG Freiburg-Südbaden, der sich bereits seit vielen Jahren für nachhaltige Veränderungsprozesse im Bio-Bereich einsetzt. Hinter Alternative Bio steht Johannes Ell-Schnurr, Agrarwissenschaftler, Berater und Moderator, der Landwirtschaft aus Praxis, Verbandsperspektive und unternehmerischer Verantwortung kennt.

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb in Südbaden, absolvierte Johannes zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung, studierte anschließend Agrarwirtschaft mit Schwerpunkt Ökolandbau und war mehrere Jahre in Forschung und Lehre tätig. Über zwei Jahrzehnte prägte er als Geschäftsführer von Demeter Baden-Württemberg die Entwicklung des ökologischen Landbaus mit.
Diese breite Erfahrung bildet bis heute das Fundament seiner Arbeit.

Mit Alternative Bio begleitet er heute Betriebe, Organisationen und Einrichtungen vor allem in Veränderungs- und Entwicklungsprozessen. Dazu gehören Umstellungen auf Bio- oder Demeter-Standards ebenso wie Fragen der Organisation, Zertifizierung, Betriebsentwicklung oder der nachhaltigen Ausrichtung von Großküchen und Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung. Sein Ansatz ist dabei bewusst ganzheitlich: Nicht einzelne Maßnahmen stehen im Mittelpunkt, sondern tragfähige Strukturen, Verlässlichkeit und Zusammenarbeit.

Ein zentrales Thema ist dabei die Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette. Nachhaltige Landwirtschaft, so seine Überzeugung, gelingt nicht im Alleingang. Sie braucht stabile Partnerschaften zwischen Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Gemeinschaftsverpflegung – und Räume, in denen sich Menschen begegnen, austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln können. Genau hier sieht er große Schnittmengen mit der Arbeit der Regionalwert AG.

Seine persönliche Verbindung zur Regionalwert-Bewegung reicht dabei weit zurück. Bereits vor deren Gründung unterstützte Johannes die konzeptionellen Vorarbeiten von Christian Hiss und begleitete die Entwicklung der Idee über viele Jahre hinweg. Heute bringt er seine Erfahrung nicht nur als Partnerbetrieb, sondern auch als Aufsichtsratsvorsitzender mit ein.

16.12.2025

Crazy Farm und fairer Boden

Das Greenmotions Filmfestival Freiburg

„Closing the Loop: Innerhalb planetarer Grenzen leben“ – unter diesem Sonderthema stand das diesjährige Greenmotions Filmfestival. Am Sonntag, den 9. November, wurden im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof Filme gezeigt, die sich mit Landwirtschaft, Klimawandel und gerechten Zukunftsperspektiven beschäftigten.

Der Kurzfilm „The Crazy Farm“ porträtiert das außergewöhnliche Agrarprojekt der Taiwanesin Humama nahe Chengdu. Mit 50 Jahren ließ sie ihr Stadtleben hinter sich, um eine ökologische Farm aufzubauen, auf der Gemüseanbau und Viehzucht bewusst in Harmonie miteinander verbunden werden. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie mutige persönliche Entscheidungen neue Formen nachhaltiger Landwirtschaft möglich machen – selbst wenn man dafür von anderen als verrückt angesehen wird.

Der Dokumentarfilm „Demain, la Vallée“ von Jérôme Prudent richtet den Blick auf kollektive Prozesse: Bürger:innen, Landwirt:innen und Wissenschaftler:innen stimmen im Tal der Arac in der französischen Ariège ihre Perspektiven aufeinander ab, um angesichts des Klimawandels gemeinsam über die Nutzung ihrer Böden zu entscheiden. Der Film macht sichtbar, wie Konflikte offen verhandelt und unterschiedliche Interessen zusammengeführt werden können – mit dem Ziel, tragfähige Entscheidungen für Mensch, Natur und Landwirtschaft zu entwickeln.

Im Anschluss an die Filmvorführungen fand eine Podiumsdiskussion statt, die den Bogen nach Freiburg schlug. Vertreter:innen der Agronauten, von Piluweri, der Regionalwert AG sowie der Gartencoop diskutierten, was es bedeutet, Landwirtschaft gerechter, resilienter und zukunftsfähig zu gestalten. Schnell wurde deutlich: Der notwendige Wandel gelingt nur, wenn unterschiedliche Akteur:innen miteinander ins Gespräch kommen – über Branchen, Lebensrealitäten und Überzeugungen hinweg.

Das Greenmotions Filmfestival bot dafür einen inspirierenden Raum und zeigte wie Film und Dialog gesellschaftliche Debatten anstoßen und vertiefen können.

08.10.2025

Netzwerk unter Strom

Kooperation mit EWS

Die Regionalwert AG Freiburg-Südbaden und die Elektrizitätswerke Schönau eG (EWS) starten eine Kooperation. Gemeinsam wollen wir die Themen Energie (Bildung, Photovoltaik, Speicherlösungen) mit Vernetzung und Resilienz in unserem Partnernetzwerk stärken. Der Auftakt dazu findet Mitte Oktober in Form eines Partnertreffens statt.

EWS, bekannt als bürgereigene Energiegenossenschaft aus Schönau, steht seit Jahrzehnten für Klimaschutz, Atomausstieg und eine dezentrale Energiewende. Mit Strom- und Gasangeboten, Netzbetrieb und Energieberatungen bringen die „Stromrebellen“ wertvolle Expertise ein, die hervorragend zu unserem Wertschöpfungsverbund aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gastronomie passt.

Für unsere Partnerbetriebe eröffnet die Kooperation neue Perspektiven: Praxisnahe Informationen zu Photovoltaik und Speichern, Beratungsleistungen zu Energieeffizienz und Eigenverbrauch sowie Impulse aus Förderprogrammen wie dem EWS-Sonnencent. All dies ergänzt unser gemeinsames Ziel, die regionale Bio-Wertschöpfung zu stärken und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Energie betrifft alle Bereiche und beeinflusst Wirtschaftlichkeit, Klimawirkung und Versorgungssicherheit gleichermaßen.

Das Partnertreffen im Oktober markiert den Auftakt. Dort wollen wir Erwartungen und Bedarfe zusammentragen, erste konkrete Anwendungsfelder diskutieren und die nächsten Schritte festlegen. Wir stellen damit sicher, dass wichtige Zukunftsthemen wie Energie aktiv in die regionale Wertschöpfung integriert werden – Mit EWS setzen wir das Netzwerk unter Strom!

07.10.2025

Was leisten SoLaWis?

den Wert Solidarischer Landwirtschaft sichtbar machen

SoLa – Was? Bei der Solidarischen Landwirtschaft schließen sich Erzeuger von landwirtschaftlichen Produkten und private Haushalte zusammen. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte. Die Abnahme der Erzeugnisse ist garantiert und die Ernte bzw. alles, was notwendig ist, um diese zu erzeugen, wird durch den Mitgliedsbeitrag vorfinanziert.

In Kooperation mit dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft hat die Regionalwert Leistungen AG hat das online Erfassungstool angepasst, sodass die Leistungsrechnung besser die Besonderheiten von Solawis erfassen kann.

Mit dem Regionalwert Leistungsrechner können die Solawis jetzt ihren Mitgliedern die erbrachten Leistungen in den Dimensionen Ökologie, Soziales und Regionalökonomie ausweisen. Zusätzlich zeigt ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsscore, welche Potenziale im Betrieb vorhanden sind und wo noch Entwicklungsbedarf besteht.

Mit steigender Teilnehmerzahl – geplant sind 100 Betriebe – wird ein Bild der gesamten Solawi-Gemeinschaft aufgenommen, das dann mit anderen Betriebsformen verglichen werden kann. Es gibt dem Netzwerk Orientierung für die künftige Unterstützung seiner Mitglieder und hilft deren Berater:innen bei ihrer Arbeit mit den Solawis.

Mehr dazu lest ihr HIER

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