Das Wirtschaftsmagazin brand eins berichtet aktuell über ein kommunales Pilotprojekt, das eine zentrale Frage der Landwirtschaft neu stellt:
Wie lassen sich Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar machen?
Das Wirtschaftsmagazin brand eins berichtet aktuell über ein kommunales Pilotprojekt, das eine zentrale Frage der Landwirtschaft neu stellt:
Wie lassen sich Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe sichtbar machen?
Landwirtschaft produziert Lebensmittel. Doch sie leistet weit mehr als das. Sie erhält fruchtbare Böden, fördert Artenvielfalt, schützt Wasser, schafft Ausbildungsplätze und stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe. Vieles davon ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar – in der klassischen betriebswirtschaftlichen Logik bleibt es jedoch oft unsichtbar. Genau an diesem Punkt setzt die Regionalwert-Leistungsrechnung an. Sie erfasst anhand von mehreren hundert Kennzahlen ökologische, soziale und regionalökonomische Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe und übersetzt sie in einen finanziellen Wert.
Damit verbindet der Ansatz von Christian Hiß zwei Perspektiven, die in der Praxis oft getrennt voneinander betrachtet werden: die wirtschaftliche Realität landwirtschaftlicher Betriebe und ihren Beitrag zum Gemeinwohl. Ziel ist es, Leistungen sichtbar zu machen, die bislang kaum in Buchhaltung, Preisen oder politischen Steuerungsinstrumenten auftauchen – obwohl sie für die Zukunftsfähigkeit unseres Ernährungssystems zentral sind. Spannend daran ist die politische und gesellschaftliche Konsequenz. Denn sobald Leistungen sichtbar und nachvollziehbar werden, stellt sich die nächste Frage mit neuer Klarheit:
Wie können sie anerkannt und vergütet werden?
Aus der Lebensmittelwirtschaft gibt es bereits praktische Anwendungen. Die Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu verwendet ein Prozent des Umsatzes, rund 300.000 Euro, für ein Vergütungsmodell an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten, das sich am Nachhaltigkeitsgrad der Leistungsrechnung orientiert.
Die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz nutzt ebenfalls die Regionalwert-Leistungsrechnung in einem kommunalen Pilotprojekt, um Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe systematisch zu erfassen. Auch die Bodenallianz der Stadt Pfaffenhofen greift auf das Instrument zurück, um Zahlungen aus dem städtischen Fonds zur Kompensation von CO₂-Emissionen an Landwirte vor Ort auszuschütten.
Für uns als Regionalwert AG Freiburg-Südbaden liegt darin ein zentraler Gedanke: Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht mehr als gute Absichten. Sie braucht Instrumente, die Leistungen sichtbar machen, die bislang übersehen werden. Und sie braucht neue Wege, um diese Leistungen gesellschaftlich anzuerkennen und wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Die Regionalwert-Leistungsrechnung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie verändert den Blick auf Landwirtschaft – weg von der Frage, was sie kostet, hin zu der Frage, was sie für uns alle leistet.
Einen jounalistischen Einblick in das kommunale Pilotprojekt und die Anwendung der Regionalwert-Leistungsrechnung gibt ein aktueller Beitrag im Wirtschaftsmagazin brand eins.
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