Bachelor- oder Masterarbeit

Im Rahmen des Projekts „Richtig Rechnen“ von der Regionalwert AG Freiburg und den Agronauten e.V. sind verschiedene Themen für Bachelor-/Masterarbeiten ausgeschrieben. Wir bieten interdisziplinäre Themen an mit Schwerpunkt auf naturwissenschaftlichen und quantitativen Methoden.

Über das Projekt: „Richtig Rechnen in der Landwirtschaft: Durchführung einer erweiterten Finanzbuchhaltung unter Einbeziehung der monetären Bewertung externer Effekte“

Das Projekt ist vor der Hintergrund entstanden, dass nachhaltig arbeitende Betriebe durch Maßnahmen (z.B. Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenmittel, extensivere Tierhaltung, regionale Herkunft von Betriebsmitteln, Verwendung von samenfesten Sorten etc.) negative externe Effekte der Landwirtschaft vermeiden und dafür einen zusätzlichen Aufwand und Mehrkosten in Kauf nehmen. Der Mehraufwand und die damit verbundenen Kosten werden in der klassischen betriebswirtschaftlichen Perspektive meist vernachlässigt, bzw. die Leistungen der Landwirtschaft werden im Jahresabschluss nicht oder wenn, dann nur auf der Kostenseite berücksichtigt; nicht aber auf der Vermögensseite. Dadurch entsteht ein finanzieller Nachteil für die Betriebe. D.h. Betriebe, die besondere Leistungen bringen, haben einen höheren Aufwand aber in der Regel weniger Gewinn.

Um die Leistungen sichtbar zu machen, ist es wichtig auch diese Kostenfaktoren und Leistungen in der Finanzbuchhaltung zu erfassen. Dazu müssen diese benannt, erfasst, bewertet und schließlich monetarisiert werden. Das heißt der Ausgangspunkt im Projekt liegt in der Identifikation von Indikatoren zur Erfassung von Nachhaltigkeitsleistungen eines landwirtschaftlichen Betriebes. Der Schritt in die Buchhaltung erfolgt dann durch eine monetäre Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen. Geplant ist, die Vergütung der Nachhaltigkeitsleistungen über einen Fond zu finanzieren.

Die Aufgabe der ausgeschriebenen Abschlussarbeiten ist es, einzelne Aspekte präzise auszuarbeiten und zu verfeinern.

Thema: Qualität des Arbeitsplatzes

Einen guten Arbeitsplatz machen mittlerweile viel mehr Dinge aus als nur die Höhe des Gehalts. Mitsprache, sinnhafte Arbeit und Weiterbildungsmöglichkeiten sind nur ein paar der vielen Aspekte, die in ein erfülltes Arbeitsleben einfließen. Viele dieser qualitativen Ausprägungen sind allerdings schwer in Zahlen und Werte zufassen. Ziel dieser Arbeit ist es für unsere Sozial-Kategorie „Qualität des Arbeitsplatzes“ Indikatoren und Parameter zu bestimmen, mit denen z.B. die Arbeitsatmosphäre am Arbeitsplatz quantitativ dargestellt werden kann. Da dieses Thema nicht landwirtschaftsspezifisch ist, können auch andere Sektoren in die Arbeit einfließen. Zum Einarbeiten sind Gespräche mit den Mitarbeitern vom Projekt „Richtig Rechnen“ möglich und erwünscht.

Diese Arbeit hat einen sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt. Das Forschungsdesign ist quantitativ und deskriptiv ausgelegt, es gibt einen konzeptionellen und einen empirischen Teil.

Thema: Pflanzenschutzmittel

Die Diskussion um die Schäden die von Pflanzenschutzmitteln langfristig verursacht werden existiert schon lange. Oft gibt es hier die Polarisierung zu synthetisch gegen organisch oder konventionell gegen biologisch. Diese Arbeit soll von dieser Polarisierung abweichen und viel mehr untersuchen, welche Pflanzenschutzmittel – organisch und synthetisch –  in der Landwirtschaft am häufigsten verwendet werden und ab welchen Mengen und Frequenzen der Ausbringung diese langfristige Schäden an Boden, Tier und Mensch verursachen. Weiterhin können passende Messwerte z.B. Liter pro Hektar entstehen, anhand derer die Betriebe genau darlegen können wieviel dieser Mittel ausgebracht wurden. Diese Arbeit hilft dem „Richtig Rechnen“-Projekt die Nachhaltigkeitsleistungen eines Betriebes im Indikator „Pflanzenschutzmittel“ objektiv und wissenschaftlich einzuschätzen.

Diese Arbeit ist interdisziplinär mit naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Im Zentrum steht der Vergleich und die wissenschaftliche Bewertung von Auswirkungen verschiedener Pflanzenschutzmittel.

Thema: Ressourcenverbrauch – Materialverbrauch

In der ökologischen Kategorie „Ressourcenverbrauch“ wollen wir unter anderem den Materialverbrauch für Verpackung und Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse erfassen. Grundsätzlich geht es hierbei um den Plastikeinsatz und die Alternativen. Plastikverpackungen sind meist deutlich günstiger als beispielsweise Papierschalen und zwingen dadurch den Produzenten aus wirtschaftlichen Gründen oft auf Plastik zurückzugreifen. Aber wie umweltfreundlich sind die Alternativen zu Plastikverpackungen? Wie ist ihre CO2-Bilanz und der Energieaufwand bei der Herstellung von Papierschalen im Gegensatz zu Plastik?

Ohne Zweifel muss der Plastikverbrauch reduzieren werden. Es stellt sich jedoch die Frage: Wie gut sind die Alternativen wirklich?

Diese Arbeit ist interdisziplinär mit naturwissenschaftlichen Schwerpunkt und quantitativer Methodik. Thematisch gibt es mehrere Optionen: eine Vergleichsstudie zu Plastik und Alternativen, eine Ökobilanz oder die Entwicklung weiterer Indikatoren bezüglich des Materialverbrauchs in der Landwirtschaft.

Thema: Modellvergleich von Subventionssystemen

Ziel dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten welche Subventionen in der Landwirtschaft bereits existieren und nach welchen Kriterien die Subventionshöhe ermessen wird. Die „Richtig Rechnen-Subvention“ soll nachhaltige soziale, ökologische und regionalwirtschaftliche Leistungen fördern. Viele dieser Leistungen werden bisher nicht oder nur geringfügig entlohnt. Um Doppelungen bei Subventionen zu vermeiden ist es daher wichtig zu wissen, welche Leistungen bereits unterstützt werden und welche Leistungen bisher noch außer Acht gelassen wurden.

Diese Arbeit ist interdisziplinär mit agrar-/umweltsozialwissenschaftlichem Schwerpunkt. Im Mittelpunkt steht eine Literaturrecherche zu Subventionen in der Landwirtschaft sowie der Vergleich von Subventionssystemen.

Thema: Klimafreundliche Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist sowohl Verursacher als auch Betroffener des Klimawandels. Landwirtschaftliche Betriebe produzieren schädliche Klimagase wie Methan und Lachgas, hinzu kommt der Energieverbrauch. Die Auswirkungen des Klimawandels erleben Landwirte unmittelbar in Form von Dürre, Überschwemmungen, etc. Eine klimafreundliche Landwirtschaft ist ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen wie kurze Transportwege, Einschränkung im Kraftfuttereinsatz oder der Verzicht von Kunstdünger.

Diese Arbeit ist interdisziplinär mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Das Forschungsdesign ist quantitativ und deskriptiv ausgelegt, es gibt einen konzeptionellen und einen empirischen Teil. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Mitigation und Adaptation in der Landwirtschaft. Ziel ist es, dafür Bewertungsansätze zu entwickeln und sie mit bereits vorhandene Parametern des Projekts zu einem „Klimaindikator“ zusammen zu führen.

 

Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung an strauss@regionalwert-ag.de (Kristin Strauß, Projektmitarbeiterin)

Kontakt:

Regionalwert AG
Geyer-zu-Lauf-Str. 5
79312 Emmendingen

Tel: 07641 9592615
Mail: kontakt@regionalwert-ag.de
Internet: www.regionalwert-ag.de