Seit Anfang Juni 2021 sind wir neue Partnerin im Forschungsprojekt regiosöl, welches die Erfassung und Honorierung der regionalen, sozialen und ökologischen Leistungen des Ökolandbaus zum Ziel hat.

Das Projekt wurde im Februar 2020 vom Institut für ländliche Strukturforschung IFLS zusammen mit den Verbundpartnerinnen Regionalwert AG Rheinland und dem Zentrum für Ökologische Landwirtschaft in Kooperation mit der Ökolandbaumodellregion Nordhessen gestartet.

Es wurden zunächst verschiedene Tools zur Nachhaltigkeitsbewertung von landwirtschaftlichen Betrieben ausgewertet: Die Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse und –Leistungsrechnung, die von der Regionalwert AG Freiburg entwickelt wurden, haben sich als besonders geeignet und einfach zu bedienen erwiesen. Deswegen stehen die Regionalwert-Instrumente nun im Zentrum eines neuen Arbeitspaketes des Projekts: der Erfassung und Auswertung der Nachhaltigkeitsdaten von 100 landwirtschaftlichen Ökobetrieben in den Pilotregionen des Projekts!

Bei der Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse (RWNA) handelt es sich um einen Selbstcheck, bei dem über ca. 150 Kennzahlen in den Dimensionen Ökologie, Soziales und Regionalökonomie abgefragt und ausgewertet werden. Für die Betriebsleitung ergeben sich so wertvolle Hinweise, wo der eigene Betrieb bereits gut abschneidet oder wie bestimmte Bereiche verbessert werden können. Durch die Regionalwert-Leistungsrechnung (RWLR) erhält der Betrieb zusätzlich einen monetären Nachweis über die erbrachten sozialen, ökologischen und regionalökonomischen Leistungen. Aufgrund dieser herausragenden Eigenschaften sollen die beiden Regionalwert-Instrumente nun im weiteren Projektverlauf genutzt und weiterentwickelt werden.

Konkret sind die Ziele der Kooperation die Überprüfung und Anpassung der RWNA und RWLR auf Basis von je ca. 50 Ökobetrieben in den zwei Pilotregionen Rheinland und Nordhessen. Es soll ein umfassendes Bild der Nachhaltigkeitsleistungen dieser Betriebe in Abhängigkeit von ihrer Größe und ihren Betriebszweigen geschaffen werden. Gleichzeitig werden die im regiosöl-Projekt entwickelten zusätzlichen sozial-ökologischen Indikatoren getestet. Neben den Beiträgen zur betrieblichen Nachhaltigkeit sollen so auch die gesellschaftlichen Leistungen erfasst werden, die Bio-Betriebe im Ökolandbau erbringen, beispielsweise beim Erhalt von Kulturerbe oder ihrem Beitrag zum Landschaftscharakter, zur Naherholung oder zur Gesundheitsförderung. Im regiosöl-Projekt werden diese Daten im nächsten Schritt auch für eine Erfassung der Leistungen von Biobetrieben auf der regionalen Ebene betrachtet.

Wir freuen uns auf die Arbeit in diesem spannenden Projekt und werden Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden halten!