Die Frage nach der Nachhaltigkeit eigener Geldanlagen treibt viele Anleger um. Laut verbraucherzentrale sind „[d]ie Begriffe „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“ [..] gesetzlich nicht definiert, und es gibt auch keine unabhängige Kontrollinstanz, die die sachgerechte Verwendung des Geldes überprüft.“

Dieser Grundproblematik begegnet die Regionalwert AG Freiburg mit ihrem eigens entwickelten Instrumentarium – resultierend aus dem Projekt Richtig Rechnen in der Landwirtschaft – zur Erfassung, Bewertung und Monetarisierung von sozialen (u.a. Gesellschaftliches Engagement), ökologischen (u.a. Bodenfruchtbarkeit) und regionalökonomischen (u.a. Wirtschaftliche Souveränität) Leistungen. Der letzte und wesentliche Schritt im Rahmen des methodischen Vorgehens der Regionalwert-Nachhaltigkeitsbilanzierung ist dabei, dass den erbrachten Leistungen ein konkreter Geldwert zugeschrieben werden kann, der den Anlegern die Quantifizierung ihrer gesamtökonomischen Rendite ermöglicht – d.h. ihre sozial-ökologische wie auch regionalökonomische Erweiterung.

Über die neuaufgelegten Genussrechte als Beteiligungsmöglichkeit im Regionalwert-Netzwerk gewährleistet diese Form der Berichterstattung den Anlegern eine transparente Prüfung und Kontrolle der Mittelverwendung sowie im Besonderen die nachhaltige und regionale Wirksamkeit ihrer Geldanlage. Nähere Informationen zur Herausgeberin den Genussrechte, die Regionalwert Immo, zu den unterstützten Projekten sowie den Beteiligungskonditionen finden Sie unter: https://www.regionalwert-ag.de/genussrechte/.

Das Forschungsteam des Innovationsprojektes Quarta Vista im Hause der Regionalwert AG Freiburg entwickelt darüber hinaus zusammen mit den Projektpartnern ein Konzept zur Definition, Erfassung und Bewertung von ökologischen, sozialen, wissensbasierten und regionalökonomischen Wertigkeiten, welches Anwendung für die gesamte Wertschöpfungskette der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft findet, aber auch branchenübergreifend.

Bereits zu Beginn der 2000er-Jahre forderten große Teile der Zivilgesellschaft vom internationalen Banken- und Finanzsektor ein größeres Engagement hinsichtlich der Bereitschaft zur Übernahme von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung. Die Sensibilisierung der Gesellschaft für das Themengebiet gelang dank ausgiebiger Öffentlichkeitsarbeit und einer Reihe von Kampagnen, meist organisiert von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Als bankwirtschaftliche Reaktion folgte u.a. die Leitlinie Sozialverantwortliches Investieren (SRI) für ein nachhaltig angelegtes

Investitions- und Finanzierungsgeschäft, sozusagen das Pendant zur unternehmerischen Verantwortung (CSR). Die selbstverpflichtenden Unternehmenspolitiken SRI und CSR gelten als Werkzeuge, um öffentlichkeitswirksam an Interessensgruppen zu kommunizieren, welche Leistungen ein Unternehmen für Umwelt und Gesellschaft mehr erbringt, als von gesetzgeberischer Seite gefordert.

Innerhalb des Sozialverantwortlichen Investierens zählen das Impact Investing und ESG-Investing (Environmental, Social, Governance) zu den populärsten Anlagestrategien. Zusätzlich zu sogenannten Negativkriterien, die zum Ausschluss von Unternehmen (z.B. wegen Kinderarbeit oder der Verwendung von Gentechnik) oder sogar ganzer Branchen (z.B. Atom-, Rüstungs- oder Kohle- und Ölindustrie) als mögliches Investitionsziel führen, erweitern sie ihren Fokus auf Positivkriterien. Dabei handelt es sich um Leistungen, die einen förderlichen sozial-ökologischen Mehrwert – u.a. durch Investitionsziele wie die ökologische Landwirtschaft oder die regenerative Energiegewinnung – bewirken. Insbesondere nachhaltige Banken (in der Fachliteratur auch als Social Banking bekannt) erweitern ihr Anspruchsdenken in der Auslegung Ihrer Geschäftstätigkeit um sozial-ökonomische Maxime. Genauer gesprochen sind letztere als Positiv- und Ausschlusskriterien konzipiert.

Letztlich bilden die oben genannten Leitlinien einen freiwilligen Handlungsrahmen für ein gesamtgesellschaftliches Engagement der Finanzinstitute, was den Umstand von halbherzigen und inkonsequenten Bemühungen zulässt, ohne ein unternehmerisches Vergehen durch eine entsprechende Aufsicht zu sanktionieren. Auf ein mögliches Reputationsrisiko als Form der Sanktionierung wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Jedoch sind seit 1. Januar 2017 auch Kapital-, Kredit- und Versicherungsunternehmen zu einem systemischen Nachhaltigkeitsbericht (= nicht-finanzielle Berichterstattung) verpflichtet, innerhalb dessen sie regelmäßig von ihren sozial-ökologischen Tätigkeiten berichten sollen. Ziel ist es hierbei die nachhaltig ausgelegten Aktivitäten und das Nachhaltigkeitsmanagement der Banken- und Finanzbranche offenzulegen.

Im Dezember 2019 meldete sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Form eines Merkblattes zur Orientierungshilfe im Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken zu Wort. Darin formuliert die Behörde aufsichtsrechtliche Erwartungen an die Banken- und Finanzbranche für die Integration von klimabezogenen Risiken in die unternehmenseigenen Risikoidentifikations-, -steuerungs- und -controllingprozesse. Im Forschungsprojekt der Regionalwert AG Freiburg Richtig Rechnen in der Landwirtschaft wurden bereits Methoden sowie Instrumente erarbeitet, die sich für eine finanzwirtschaftliche Risikoanalyse und Bewertung im Hinblick auf eine nachhaltige Betriebsführung eignen.

 

Bei Fragen rund um das Regionalwert-Genussrecht und der Instrumente und Methoden der Anleger-Berichterstattung, kontaktieren Sie mich gerne unter:

Matthias Lohneis
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