Am Mittwoch, dem 27. Mai, fand in der Geschäftsstelle der Regionalwert AG Freiburg in Eichstetten die Sitzung der AufsichtsrätInnen der Regionalwert AG Freiburg statt. Ein besonderer Tagesordnungspunkt galt der Neuauslegung der sozial—ökologischen Berichterstattung. Dieser Bericht wird ein Mal im Jahr, vor der Hauptversammlung, zusammen mit dem gewöhnlichen Geschäftsbericht an die AktionärInnen versendet, um an diese über die sozial-ökologischen Leistungen und Entwicklungen im Partnernetzwerk zu berichten. In einem partizipativen Prozess, sollen nun die Beteiligten der Bürgeraktiengesellschaft mit ins Boot geholt werden: sie selbst sollen entscheiden, welche Leistungen in den zukünftigen Sozial-ökologischen Berichten eingehender beleuchtet werden.

Aufgrund der aktuellen Kontakteinschränkungen war die Versammlung und Abstimmung aller AktionärInnen aktuell nicht möglich. Stellvertretend für die AktionärInnen haben wir von der Regionalwert AG Freiburg darum die AufsichtsrätInnen befragt:

„Welche Regionalwert AG- Themen, d.h. Leistungskennzahlen sind euch ein besonderes Anliegen oder haltet ihr für interessant? Welche ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und wissensverbundenen Themen in der Land- und Ernährungswirtschaft sind aktuell und perspektivisch relevant, oder werden es aller Voraussicht nach werden?“

Dabei konnten die Anwesenden mit fünf Stimmen pro Person aus einer Vorauswahl von 17 Leistungskennzahlen wählen. Diese reichten von „CO2-Rückbindung in der Landwirtschaft“, über „faire Löhne in der niedrigsten Lohngruppe“, zu beispielsweise „Fachkräfteanteil“ oder „wirtschaftliche Unabhängigkeit: Anteil des umsatzstärksten Produkts“.  Die 17 vorgestellten Leistungskennzahlen wurden in den Forschungsprojekten „Richtig Rechnen in der Landwirtschaft“, „Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse“ und „QuartaVista“ entwickelt. Insgesamt hat die Regionalwert AG Freiburg im Zuge der genannten Forschungsprojekte schon über 100 Leistungskennzahlen für die Land- und Ernährungswirtschaft entwickelt. Um den AufsichtsrätInnen die Auswahl zu vereinfachen hatte sich der Vorstand der Regionalwert AG Freiburg, Christin Hiß, schon vor der Sitzung auf eine Vorauswahl von 17 Leistungsindikatoren festgelegt, aus denen sechs Indikatoren für den Sozial-ökologischen Bericht 2019 ausgewählt wurden. Dabei wurde an erster Stelle, mit allen Stimmen der ökologische Indikator „CO2-Rückbindung in der Landwirtschaft“ gewählt. Die zweite Mehrheit entfiel auf die Leistungskennzahl „gesellschaftliches Engagement für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft“ (sozialer Bereich). Am dritthäufigsten wurden aus dem Bereich Wissen die „Wissensstabilität: niedrige Mitarbeiterfluktuation“ und aus dem regionalökonomischen Bereich die Leistungskennzahl „regionaler Wertschöpfungsraum: Anteil des regionalen Umsatzes und Einkaufs je 75%“ gewählt. Des Weiteren, haben sich die AufsichtsrätInnen aus dem Bereich Ökologie für den „Anteil samenfestes Saatgut“ und aus dem sozialen Bereich für die Leistungskennzahl „Faire Löhne in der untersten Lohngruppe: mindestens 12 € Brutto/Stunde ab 2020“ entschieden.

Für den sozial-ökologischen Bericht 2020 und die kommenden Berichte, sollen die AktionärInnen selbst ihre sechs Kennzahlen auswählen. Dies ist im Herbst diesen Jahres geplant, wenn größere Versammlungen wieder möglich sind und die Hauptversammlung durchgeführt werden kann. Das Ziel ist es, dass ab dem sozial-ökologischen Bericht 2020, für die gleichen Kennzahlen, eine alljährliche Datenerfassung und Auswertung erfolgt. So kann der Erfolg der Zielsetzungen der Regionalwert AG kontinuierlich, systematisch und transparent erfasst werden.

 

Emilie Fus
E-Mail: fus@regionalwert-ag.de