Am 4. Juni 2019 fand die Jahreskonferenz des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung statt. Vorstand Christian Hiß war eingeladen die Regionalwert AG und die Regionalwert-Nachhaltigkeitsbilanzierung vorzustellen. 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nahmen an der Konferenz in Berlin teil.

Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz, Umweltministerin Schulze und Entwicklungsminister Müller kamen gleich vier Regierungsmitglieder zur Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Der Druck, der aus den gegebenen ökologischen Realitäten und aus der Gesellschaft heraus auf die Politik besteht, war den Reden deutlich zu entnehmen.  https://www.nachhaltigkeitsrat.de/termine/19-jahreskonferenz-des-rates-fuer-nachhaltige-entwicklung/

Im Forum 2 mit dem Titel „Wie geht eine lebendige natürliche Landwirtschaft?“ stellte Christian Hiß das Konzept der Regionalwert AG Bürgeraktiengesellschaft und der Regionalwert-Nachhaltigkeitsbilanzierung vor. Die lebhafte Diskussion wurde von den beiden Mitgliedern des Rates für Nachhaltige Entwicklung Prof. Ulrich Schraml und Alexander Müller moderiert. Das Fachforum war mit über 150 TeilnehmerInnen ausgebucht.

In den Eingangsstatements der PodiumsteilnehmerInnen ging es allesamt um die Notwendigkeit neuer Wirtschaftsformen in der Landwirtschaft. Wie die aussehen sollten und wie sie umgesetzt werden können, wurde teilweise kontrovers diskutiert. Die Forderung von Christian Hiß, die betriebliche Erfolgsrechnung zu verändern und soziale und ökologische Vermögensarten in die Betriebsbilanz einzubeziehen, wurde allgemein unterstützt. Bedenken kamen dagegen aus dem Publikum mit der Begründung, dass große Teile der Gesellschaft die in der Folge höheren Preise für die Lebensmittel nicht bezahlen wollen oder können. Das Podium reagierte darauf mit der Feststellung, dass erstens jemand die Kosten, die die derzeitige Wirtschaftsform verursacht, früher oder später bezahlen muss und zweitens die Internalisierung bisher externalisierter Effekte sich nicht unbedingt auf den Produktpreis auswirken muss. Es bestehen noch andere Möglichkeiten die Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe für die natürlichen und sozialen Grundlagen auszugleichen, zum Beispiel Kompensationszahlungen, Umverteilung der EU Ausgleichszahlungen und steuerliche Regelungen. Grundlage aller finanziellen Vergütungen muss ein buchhalterischer Nachweis des betrieblichen Aufwands sein.

Insgesamt war das Forum lebhaft und brachte fachlich substantielle Gesichtspunkte zur Sprache. Die Beiträge an der Konferenz und die Stimmung im Publikum ließen keinen Zweifel zu, dass das Tempo zu mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft erhöht werden und die Politik die dazu notwendigen Maßnahmen ergreifen muss.