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Biomarkt „Waage“ in Emmendingen ist Partner des Projekts „Strom und Wärme aus eigener Kraft“

Ein Pilotprojekt der Emmendinger Bürgerenergiegenossenschaft versorgt ein Wohn- und Geschäftshaus per Blockheizkraftwerk. Blick in die Heizzentrale des Wohn- und Geschäftshauses: Begem-Vorsitzender Werner Strübin (links) erläutert die Funktionsweise des Blockheizkraftwerks OB Stefan Schlatterer und weiteren Gästen. Foto: Gerhard Walser EMMENDINGEN. Für die Bürgerenergiegenossenschaft Emmendingen (Begem) ist es ein Pilotprojekt mit Potenzial: Erstmals hat das Unternehmen in Bürgerhand im […]

Ein Pilotprojekt der Emmendinger Bürgerenergiegenossenschaft versorgt ein Wohn- und Geschäftshaus per Blockheizkraftwerk.

  1. Blick in die Heizzentrale des Wohn- und Geschäftshauses: Begem-Vorsitzender Werner Strübin (links) erläutert die Funktionsweise des Blockheizkraftwerks OB Stefan Schlatterer und weiteren Gästen. Foto: Gerhard Walser

Die in die Jahre gekommene Heizanlage des Gebäudes stand schon lange zur Sanierung an. Die energetische Stadtteilkampagne Bürkle-Bleiche sorgte für den entscheidenden Impuls. Im Kontakt mit dem Sanierungsmanager Armin Bobsien wurde nach passenden Lösungen gesucht und das Projekt der Bürgerenergiegenossenschaft übertragen, die sich um Planung, Finanzierung, Umsetzung und Betriebsführung kümmerte: „Alter Kessel raus, neuer Kessel rein, das reicht heute nicht mehr“, so Begem-Vorstand Werner Strübin, der mittlerweile über reichlich Erfahrung verfügt.

Ein vorgeschalteter Energiecheck und ein Variantenvergleich sorgten für die wirtschaftlich und ökologisch optimale Lösung – einen Gas-Brennwertkessel in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk, das 70 bis 80 Prozent der erforderlichen Wärme produziert. Rund die Hälfte des erzeugten Stroms wird vor Ort für den Biomarkt verwendet, der Rest ins Netz der Stadtwerke eingespeist. Insgesamt 132 000 Euro investierte die Begem aus Eigenmitteln, einem KfW-Darlehen und einem Anteil der Wohneigentümergemeinschaft (WEG). Ein Contractingvertrag regelt alle mit dem Betrieb verbundenen relevanten Punkte. Der Wärmelieferungsvertrag läuft über 15 Jahre, danach geht die Anlage in den Besitz der WEG über . „Wir wirtschaften mit fremdem Geld, da ist Vertrauen nötig“, so Strübin, der die WEG und deren Hausverwaltung als seriösen Partner kennengelernt hat. Beim Einweihungsfest waren alle dabei und lobten die neue Anlage, die die Heizkosten mindert und den Co2-Ausstoss beträchtlich senkt. Für Oberbürgermeister Stefan Schlatterer ein Vorzeigeobjekt in Sachen lokaler Klimaschutz. Dass die Auszeichnung als klimafreundliche Kommune es ermöglicht habe, die für die Meinungsbildung erfolgreiche Stadtteilkampagne auf ganz Emmendingen auszuweiten, wertete Schlatterer als Glücksfall und Chance, „dass diesem Pilotprojekt viele weitere folgen werden

Die Genossenschaft mit ihren 180 Mitgliedern kommt allerdings mit dem Betrieb der mittlerweile vier Projekte demnächst wohl an ihre Grenzen. „Irgendwann geht das nicht mehr rein ehrenamtlich“, so Werner Strübin, der daher langfristig auf eine Kooperation mit anderen Bürger-Genossenschaften setzt.

kraft-wärme-kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie, die in der Regel unmittelbar in elektrischen Strom umgewandelt wird, und nutzbarer Wärme für Heizzwecke in einem gemeinsamen thermodynamischen Prozess. Zunehmend an Bedeutung gewinnen kleinere KWK-Anlagen für die Versorgung von Gewerbebetrieben und Wohngebieten oder einzelner Mehr- und sogar Einfamilienhäuser, sogenannte Blockheizkraftwerke (BHKW). Vorteil der KWK ist der verringerte Brennstoffbedarf für die gleichzeitige Strom- und Wärmebereitstellung, wodurch die Schadstoffemissionen stark reduziert werden. Die öffentliche Förderung nach dem Erneuerbare Energie-Gesetz soll den Ausbau der Anlagen beschleunigen.

Quelle: Badische Zeitung v. 16.3.2016, Autor: Gerhard Walser, Fotos Gerhard Walser

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